5000 Tonnen Kohlendioxid gespart

Abwärme aus der Müllverbrennung wird in Hamburg zukünftig besser genutzt

Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat für ein Hamburger Pilotprojekt in Sachen thermische Müllverwertung eine Million Euro bereit gestellt. In einer Müllverbrennungsanlage wird künftig ein "Verschiebungssystem" mehr Wärmeenergie nutzbar machen und zudem einen Stadtteil mit Fernwärme versorgen.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - In Hamburg soll ein innovatives Verfahren bei der Abfallverbrennung mehr Wärmeenergie nutzbar machen und zur Fernwärmeversorgung eines Stadtteils beitragen. Bundesumweltminister Jürgen Trittin hat für das Pilotprojekt rund eine Million Euro aus dem "Investitionsprogramm zur Verminderung von Umweltbelastungen" zur Verfügung gestellt. Die MVR Müllverwertung Rugenberger Damm GmbH & Co. KG, eine Beteiligungsgesellschaft der Vattenfall Europe Waste to Energy GmbH, kann damit ihren Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2 ) um 5000 Tonnen pro Jahr senken. Trittin dazu: "Energieeinsparung gepaart mit höherer Effizienz und einer besseren Fernwärmeversorgung ist nicht nur umwelt-, sondern auch kundenfreundlich".

Die bei der Verbrennung des Siedlungsabfalls entstehende Wärmeenergie wird bereits jetzt zur Dampf- und Stromerzeugung genutzt. Künftig soll ein Wärmeverschiebungssystem noch mehr Wärmeenergie nutzbar machen und den Hamburger Stadtteil Neuwiedenthal/Neugraben mit Fernwärme versorgen.

Bei den meisten Abfallverbrennungsanlagen fallen im Abgasbereich nach dem Dampferzeuger und vor der Abgasreinigung Temperaturen von bis zu 200 Grad Celsius an. In der anschließenden Abgasreinigung sinkt verfahrensbedingt die Temperatur, ohne dass die Energie genutzt wird. Prozessbedingt müssen die Abgase am Ende der Reinigung erneut aufgeheizt werden. Hierfür kommen üblicherweise fossile Energieträger zum Zuge.

Die MVR wird dagegen künftig zur Wiederaufheizung Abgaswärme nutzen, die vor dem ersten Wäscher durch einen Kreuzstromwärmetauscher entzogen und durch das Wärmeverschiebungssystem auf die Abgase nach dem Wäschersystem übertragen wird. Der Energienutzungsgrad der Anlage steigt um drei auf 55 Prozent und liegt damit deutlich über dem Mittelwert von 50 Prozent bei deutschen Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung.

Der Minister begrüßte das Engagement der beiden Hamburger Unternehmen MRV und Stadtreinigung. Auch die Anstrengungen der E.ON Hanse seien für die Energiewirtschaft beispielhaft.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Kohlebergbau

    Kohlekraftwerke erhalten doch eine Abwrackprämie

    Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel einst sogar die Strafabgabe für alte Kohlekraftwerke in Erwägung gezogen hatte, ist er von diesem Kurs wieder komplett abgekommen. Die Betreiber der Kohlemeiler werden sieben Jahre lang von den Stromkunden mit Milliarden Euro beim Kohleausstieg unterstützt.

  • Heizkörper

    Kaltes Frühjahr treibt Heizkosten auf Rekordhöhe

    Nicht genug mit dem langen Winter, die hiesigen Verbraucher hatten auch mit einem extrem kalten und nassen Frühling zu kämpfen. Zwar klettern die Preise für Heizenergie derzeit nicht, doch Mietern und Hausbesitzern nützt das wenig. Sie müssen wohl so viel bezahlen wie noch nie.

  • Strompreise

    Brandenburg sieht Zukunft in Biomasse

    Die traditionsreiche Braunkohleregion Lausitz in Brandenburg will in den kommenden Jahren einen Strukturwandel vollziehen. Neben der Entwicklung von kohlendioxidfreien Kohlekraftwerken durch Vattenfall und die TU in Cottbus, sollen auch die erneuerbaren Energien stärker in der Vordergrund rücken.

  • Strom sparen

    Analyse: Markt für Kraft-Wärme-Kopplung im Aufwind

    Derzeit noch auf knapp 1,5 Milliarden US-Dollar beziffert, soll das Umsatzvolumen im Europamarkt für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zwischen 2005 und 2010 im Jahresdurchschnitt um drei Prozent wachsen, lautet das Ergebnis einer neuen Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan.

  • Strompreise

    München: Pilotprojekt "Fernkälte" in Betrieb

    Grundwasser aus so genannten U-Bahn-Dükern kühlt in München ab sofort das Forschungs- und Innovationszentrum der BMW Group. Mit der Fernkälte können - im Vergleich zur Kälteerzeugung via Kompressionskältemaschinen - jährlich rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom eingespart werden. Die Stadtwerke München investierten dafür rund 6,5 Millionen Euro.

Top