Verbraucher

Abofallen lauern hinter falschen Urteilen im Netz

Wer eine Mahnung oder Abmahnung bekommt, gibt die Namen von Kanzleien oder Unternehmen oft in eine Suchmaschine ein. Das nutzen derzeit Abofallen-Betrüger aus, indem sie falsche Urteile und Aktenzeichen im Netz streuen, warnt die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

Tastatur© peshkova / Fotolia.com

Halle/Saale (dpa/tmn/red) - Die Premium Media Service Ltd. und die Pable Domainverwaltung Wien versuchten, Verbraucher einzuschüchtern und den Eindruck zu erwecken, dass auf dubiosen Rezept- und Routenplaner-Portalen rechtsgültige Verträge zustande gekommen sind. In keinem Fall sollten Betroffene Zahlungen leisten.

Falsche Aktenzeichen schnell erkannt

Die fingierten Urteile vom Oberlandesgericht Frankfurt oder auch vom Amtsgericht Mainz tragen falsche Aktenzeichen wie 8 C 257/15 oder 33 C 358/15. Dass sie frei erfunden sind, erkennen Verbraucher allein schon an der 15 nach dem Schrägstrich: Sie würde bedeuten, dass es sich um ein Verfahren handelt, dass 2015 begonnen hat, erklären die Experten.

Fallen auf Rezeptportalen und Routernplanern

Bereits Anfang Juli warnten die Verbraucherschützer vor den besagten Rezept- und Routenplaner-Portalen: Wer sich dort mit seiner E-Mail-Adresse registriert hatte, um Zugang zu den Seiten zu bekommen, erhielt völlig überraschend eine Rechnung über 249 Euro für eine einjährige Mitgliedschaft ins Postfach. Diese sollten Betroffene ebenso wenig begleichen wie auf etwaige Mahnungen und Forderungen der Pable Domainverwaltung eingehen. Denn bei den Portalen, die einer Premium Media Service Ltd. mit Sitz in Belize gehören, handele es sich um Abofallen, bei denen kein gültiger Vertrag zustande kommt.

Kosten nicht eindeutig gekennzeichnet

Denn dass man bei einer Registrierung eine kostenpflichtige Mitgliedschaft eingehen soll, sei wegen weißer Schrift auf hellgrauem Hintergrund nur schwer zu erkennen gewesen. Zudem ist der Kostenhinweis im Fließtext am Seitenende versteckt und damit unzureichend gekennzeichnet. Damit erfüllten die Portale nicht die gesetzlichen Regelungen zum Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrags im Internet.

Quelle: DPA

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