Erfolg

Abgemahnte Stromanbieter wollen Vertragsklauseln ändern

Nachdem der Verbraucherzentrale Bundesverband zahlreiche Stromanbieter abgemahnt hatte, reagieren diese jetzt mit Vertragsänderungen. Unzulässige Vertragsklauseln sollen geändert oder abgeschafft werden. Zu den abgemahnten Anbietern zählen Vattenfall, Flexstrom, Yello und die RWE.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - 31 Verträge von Stromanbietern überprüfte der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) von November 2009 bis März 2010 und mahnte unzulässige Klauseln ab, wie er am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Viele Unternehmen hätten daraufhin diese Vertragsklauseln - etwa zu Regelungen der Preisanpassung oder zum Vertragsbeginn - ganz oder teilweise geändert. In 16 Fällen reichte der vzbv Klage ein. Einige Unternehmen, unter anderem Vattenfall Europe GmbH, E.ON edis Vertriebs GmbH, Flexstrom AG und Nuon Deutschland GmbH, haben mittlerweile verbindlich erklärt, die beanstandeten Klauseln nicht mehr zu verwenden.

Unzulässig: Unklare Fristen und erzwungene Einzugsermächtigung

Unzulässig ist laut Gerichtsurteil etwa eine Klausel, nach der ein Anbieter die Änderung des örtlichen Grundversorgerpreises mit sofortiger Wirkung an seine Kunden weitergeben darf. Auch Bestimmungen, die einen Verbraucher im Unklaren lassen, wann sein Vertrag beginnt, sind laut Gerichtsurteil nicht zulässig. Abmahnungen erhielten laut vzbv zudem Versorger, die sich selbst ein Kündigungsrecht schon bei geringem Zahlungsverzug in die Verträge schrieben. Auch Klauseln zu erhöhten Mahngebühren oder dem Zwang zur Einzugsermächtigung für das Girokonto sind laut vzbv unzulässig.

Auch das unabhängige Vergleichsportal Verivox nimmt regelmäßig die Vertragsbedingungen großer Stromanbieter unter die Lupe, die Ergebnisse werden jährlich im Rahmen der Strom-Servicestudie von Verivox veröffentlicht.

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