Strompreis

50 Hertz: EEG-Umlage bleibt auf Rekordhöhe

Nach Einschätzung des Netzbetreibers 50 Hertz wird sich die Ökostrom-Umlage weiter auf dem Rekordwert von rund 6,4 Cent pro Kilowattstunde halten. Dem Unternehmen zufolge müssen außerdem Maßnahmen ergriffen werden, die verhindern, dass sich die Strompreise in Deutschland weiter auseinanderbewegen.

Erneuerbare Energie© Thaut Images / Fotolia.com

Berlin - Die auf Rekordhöhe gestiegene Ökostrom-Umlage dürfte aus Sicht des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz vorerst nicht wieder sinken. "Ich würde davon ausgehen, dass wir eher eine leicht steigende Seitwärtsbewegung sehen", sagte 50 Hertz-Chef Boris Schucht am Montag in Berlin. Das hänge aber noch davon ab, wie viel Sonnenstrom in diesem Jahr fließt und wie sich der Strompreis an der Börse entwickelt. Die Ökostrom-Umlage, die für Verbraucher etwa ein Viertel des Strompreises ausmacht, war zum Jahreswechsel um drei Prozent auf den Höchststand 6,354 Cent pro Kilowattstunde gestiegen.

50 Hertz: Kunden in Hamburg und Ostdeutschland zahlen drauf

50 Hertz zählt zu den vier großen Übertragungsnetzbetreibern und ist in Ostdeutschland und Hamburg aktiv. Die Kunden dort zahlen aus Sicht des Unternehmens übermäßig viel für die Energiewende. "Es müssen Schritte gegangen werden, um das Auseinanderdriften der Strompreise zu beenden", forderte Schucht. Hintergrund ist, dass der Netzbetrieb dort teuer ist, wo viel Strom aus Wind, Sonne und Biomasse erzeugt wird. Das schlägt sich auf die Stromrechnung der Kunden dort nieder.

Eingriffe ins Stromnetz kosteten 2015 346 Millionen Euro

Erneuerbare Energien erreichten im 50-Hertz-Gebiet im vergangenen Jahr einen Anteil von 49 Prozent. Um Engpässe im Netz zu umschiffen, musste das Unternehmen nach 97 Millionen Euro im Vorjahr nach eigenen Angaben die Rekordsumme von 346 Millionen Euro ausgeben.

Rund 50 Prozent des Strompreises sind Steuern und Abgaben

Der Strompreis hat mehrere Bestandteile. Strom selbst schlägt nur mit etwa einem Viertel zu Buche. Etwa die Hälfte sind Umlagen, Steuern und Abgaben - darunter die EEG-Umlage für den Ökostrom. Das übrige Viertel der Rechnung entfällt auf den Transport. Dieses Netzentgelt steigt, unter anderem weil neue Leitungen gebaut werden müssen.

Quelle: DPA

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