Umfrage

30 Prozent kennen ihren Stromverbrauch nicht

Stromverbrauch und Sparen: Die Deutschen sind regelrechte "Wechselmuffel" – und das trotz Unzufriedenheit mit ihrem Anbieter. Zwar wollen viele sparen, indem Gefrierschränke abgetaut und Sparlampen eingesetzt werden. Doch zu einem günstigeren oder alternativen Anbieter zu wechseln, steht bei den meisten nicht auf dem Plan.

Rechnung© Martin Saure / Fotolia.com

Köln (red) - Es sind vor allem die großen und einkommensstarken Haushalte in Deutschland, die Öko- oder eigenproduzierte Energie nutzen. Dies hat eine repräsentative TNS Emnid Umfrage für den Strom- und Gasanbieter "E Wie Einfach" ergeben. Für den großen Strom-Atlas wurden 1.852 Personen zu zahlreichen Aspekten rund um Stromverbrauch, Warmwasser-Erzeugung und Energiesparmaßnahmen befragt.

Konventioneller Strom noch immer vorn

Die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen ist alternativen Stromquellen gegenüber besonders aufgeschlossen: Innerhalb dieser Altersgruppe setzen 28 Prozent der Befragten auf Ökostrom. Dennoch: Konventioneller Strom hat in Deutschland immer noch die Nase vorn. Insgesamt beziehen ihn 72 Prozent der Befragten, in der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen sind es sogar 82 Prozent.

Ohne Kenntnis des Verbrauchs Strom sparen

30 Prozent der Bürger wissen dabei nicht, wie viel Strom sie im Alltag tatsächlich verbrauchen. Vor allem Frauen (38 Prozent) sowie ganz junge und ältere Befragte kennen ihren Verbrauch nicht. Mit wachsendem Einkommen und Haushaltsgröße sind die Deutschen besser informiert. Trotzdem bekunden die Befragten einhellig, dass sie aktiv Strom sparen. So wird fleißig stoßgelüftet (86 Prozent), Akkuladegeräte vom Netz genommen (81 Prozent), der Gefrierschrank abgetaut (72 Prozent) und auf Energiesparlampen umgestiegen (71 Prozent). Frauen sind dabei scheinbar umweltbewusster, die regelmäßige Kontrolle des Stromtarifs überlassen sie aber trotzdem ihren Männern.

Männer sind wechselfreudiger

Grundsätzlich haben laut Umfrage erst zehn Prozent der Befragten in diesem Jahr ihren Stromanbieter gewechselt. Männer zeigen sich dabei wechselfreudiger als Frauen. Je höher der Bildungsgrad und je größer der Haushalt, desto eher sind die Deutschen bereit, ihren Stromanbieter zu wechseln. Dementsprechend gehören die Bürger mit Abitur und höherer Bildung sowie einkommensstarke Haushalte zu den häufigsten Wechslern (13 Prozent). Auch große Haushalte wechseln mit zwölf Prozent überdurchschnittlich oft. Ältere Menschen haben dagegen große Bedenken, sich einen günstigeren Anbieter zu suchen: Am höchsten ist die Wechselmotivation bei den 30- bis 39-Jährigen, größten Widerstand zeigen die über 60-Jährigen (91 Prozent).

Trotz Unzufriedenheit kein Wechsel

Zwölf Prozent der Befragten sind mit ihrem Stromanbieter weniger zufrieden oder sogar unzufrieden. Besonders groß ist die Kritik am Anbieter bei der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen (20 Prozent) und bei den Haushalten mit drei und mehr Personen. Widersprüchlich: Trotz der Unzufriedenheit planen laut Umfrage nur 14 Prozent der 40- bis 49-Jährigen in den nächsten zwölf Monaten einen Anbieterwechsel. Insgesamt denkt jeder Zehnte über einen neuen Vertrag nach. Unser Stromrechner hilft bei der Entscheidung. Er verfügt über mehrere Filter, beispielsweise nur Ökostromtarife anzeigen zu lassen, und sucht so die entsprechenden Stromanbieter.

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