BNetzA-Bericht

245 Millionen Euro aus Engpassmanagement

Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben von Mitte 2007 bis Mitte 2008 245 Millionen Euro durch Engpassmanagement erwirtschaftet. Dies geht aus dem zweiten Bericht der Bundesnetzagentur zu den Einnahmen der deutschen ÜNB aus den Engpassmanagementverfahren an den deutschen Grenzen hervor.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Einen Großteil der Einnahmen verwendeten die ÜNB zur Senkung der Netznutzungsentgelte. Darüber hinaus investieren sie erstmals auch einen Teil der Einnahmen in den Ausbau der Übertragungsnetze. "Damit wird den EU-Vorgaben zum grenzüberschreitenden Stromhandel entsprochen", erläuterte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur.

Marktbezogene Engpassmanagementverfahren sind Auktionen zur Vergabe knapper Übertragungskapazität an den Grenzkuppelstellen. Die durch die Auktion erzielten Einnahmen sind nach EU-Recht von den ÜNB für Maßnahmen zur Gewährleistung der tatsächlichen Verfügbarkeit der zugewiesenen Kapazität, zur Senkung der Netznutzungsentgelte bzw. für Netzinvestitionen zu verwenden. Die Bundesnetzagentur beaufsichtigt die Verwendung der Einnahmen.

Regionale Auktionsbüros geplant

Bisher erfolgte die Vergabe der Kapazitäten an den deutschen Grenzen in bilateraler oder multilateraler Abstimmung mit den ÜNB der angrenzenden Länder. In Zukunft sollen regionale Auktionsbüros die Durchführung der Engpassmanagementmechanismen erleichtern. Dies habe für die Marktteilnehmer den Vorteil, "dass sie sich zur Abwicklung der Auktionen nur noch an eine Plattform wenden müssen und die Kapazität aller Grenzkuppelstellen in der Region zentral vergeben wird", erklärt Kurth.

In der Region Zentralosteuropa ist ein solches Auktionsbüro (CAO) bereits in Freising gegründet worden. Dabei handelt es sich um eine Kooperation der Vattenfall Europe Transmission GmbH und E.ON Netz GmbH mit den ÜNB der Länder Österreich, Polen, Slovenien, Slowakei,Tschechien und Ungarn.

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