Lüftchen

2001 war ein extrem schwaches Windjahr

Sowohl Windstärke als auch Windrichtungsverteilung fielen im vergangenen Jahr ungünstig aus - windstarke Regionen haben Einbußen um bis zu 30 Prozent hinnehmen müssen. Windkraft bleibt vor allem als langfristige Anlagemöglichkeit attraktiv - und einige Parks sehen sich augenblicklich mit Liquiditätsengpässen konfrontiert.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Das Jahr 2001 wird als eines der bisher schwächsten Jahre seit Beginn der modernen Windenergie-Nutzung in Erinnerung bleiben. "An fast allen Standorten sind Mindererträge festzustellen", so Jochen Keiler von der Betreiber-Datenbasis. Interessant sei dabei, dass es ein Süd-Nord-Gefälle gegeben hat: Die sonst so windstarken flachen Regionen im Norden und Osten Deutschlands mussten mit Einbußen von bis zu 30 Prozent die höchsten Abweichungen vom langjährigen Mittel hinnehmen. Im Süden der Republik und in den mittleren Lagen sei der Einbruch nicht ganz so stark gewesen - je nach Region seien aber auch dort Mindererträge bis 15 Prozent zu vermelden.

Dabei sei, ergänzt Dr. Daniela Jacob, Sprecherin des Windgutachter-Beirates im Bundesverband WindEnergie (BWE) e.V., nicht nur die Windstärke deutlich geringer ausgefallen, sondern auch die Windrichtungsverteilung sei untypisch gewesen. Das wiederum wirke sich ebenfalls auf die Erträge aus: Standorte und Aufstellungsgeometrien der Parks werden in der Regel an die langjährig häufigsten Windrichtungsverteilungen angepasst, um gegenseitige Abschattungseffekte der Windturbinen zu minimieren.

"Solch ein ungewöhnliches Zusammentreffen von ertragsmindernden Faktoren kann auch durch Sicherheitsabschläge bei der Projektplanung kaum kompensiert werden," erläutert Dirk Jesaitis als Vorsitzender des BWE-Planerbeirates die Situation. Es zeige aber, wie wichtig es für Anleger ist, bei der Auswahl von Windkraft-Beteiligungen auf eine ausreichende Liquiditätsreserve des Projektes zu achten, um schwierige Jahre überbrücken zu können. Trotzdem werde es in einigen wenigen Parks aktuell zu Liquiditätsengpässen kommen, deren Behebung mit den Kommanditisten und den finanzierenden Banken geklärt werden müsse, so Jesaitis weiter.

"Das schlechte Windjahr 2001 macht deutlich, dass es bei der Windenergie nicht um kurzfristige Profite gehen kann", betont BWE-Präsident Dr. Peter Ahmels. Langfristig sei die Geldanlage "Wind" jedoch nach wie vor empfehlenswert. Dabei sei eine Liquiditätsreserve ein wichtiger Punkt, wie die jüngsten Erfahrungen zeigten. Das sei jedoch nur ein Aspekt einer vernünftigen Planung: Auf lange Sicht muss auch ein angemessener Betrag für die Instandhaltung der Windturbinen einkalkuliert werden.

Der BWE hat eine Broschüre für Anleger herausgegeben, in der die wichtigsten Punkte erläutert sind, die bei der Geldanlage in Wind beachtet werden sollten. Das "Anlegerinfo" ist als Download im Internet unter www.wind-energie.de in der Rubrik "Informationen" unter "Grundlagen Windenergie" sowie im Osnabrücker BWE-Büro erhältlich.

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