Trendwende?

2001: Ölverbrauch erstmals seit vier Jahren gestiegen

Durch den gestiegenen Absatz von leichtem Heizöl ist der Mineralölverbrauch in Deutschland im Jahr 2001 um 2,3 Prozent gestiegen. Dies geht aus vorläufigen Berechnungen der ESSO Deutschland GmbH hervor.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Vorläufige Berechnungen der ESSO Deutschland GmbH zeigen für das Jahr 2001 einen Anstieg des Mineralölverbrauchs um 2,3 Prozent. Damit wuchs der wichtigste Primärenergieträger Öl stärker als der Gesamtenergieverbrauch, der sich um 1,2 Prozent auf etwa 490 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten erhöhte. Eine Trendwende zu einem langfristig höheren Ölverbrauch stellt diese Entwicklung nach Einschätzung des Unternehmens jedoch nicht dar.

Hauptanteil an diesem Wachstum hatte der Absatz von leichtem Heizöl, der um 16,1 Prozent auf 32,4 Millionen Tonnen stieg. Der Benzinverbrauch sank weiter um 2,8 Prozent auf 28 Millionen Tonnen, wogegen der Dieselkraftstoff seinen Vormarsch fortsetzte. In den Selbstzündermotoren wurden in diesem Jahr 29 Millionen Tonnen verbraucht, ein Zuwachs von 0,3 Prozent. Schweres Heizöl wurde zu gut acht Prozent mehr eingesetzt, was einem Verbrauch von 6,7 Millionen Tonnen entsprach. Der Rückgang bei den "Übrigen Produkten" um 5,3 Prozent wurden durch den Einbruch bei den Flugkraftstoffen nach dem 11. September 2001 erheblich verstärkt.

Die Heizölkäufer reagierten auf Preisausschläge sensibel, bilanzierte Esso. Vom Höchststand im September 2000, in dem noch über 110 DM für 100 Liter Heizöl bezahlt werden mussten, fiel der Preis bis auf 68 DM im November 2001. Die deutschen Verbraucher kauften so antizyklisch wie in den Vorjahren. Erst als die Preise im Verlauf des Jahres 2001 sanken, stieg die Nachfrage, und in den Winter 2001/2002 gingen die Verbraucher mit einem über dem langjährigen Mittel liegenden Füllstand von 73 Prozent.

Trotz der Erhöhung um sieben Pfennig pro Liter durch die Ökosteuer zu Beginn des Jahres 2001 lag der Jahresdurchschnittspreis im Jahr 2001 mit 196,8 Pfennigen für den Liter Normalbenzin nur 2,3 Pfennig pro Liter über dem Vorjahr. Hintergrund waren fallende Rohölpreise. Die Destillationskapazität der in Deutschland arbeitenden Raffinerien blieb mit 112,9 Millionen Tonnen unverändert. Innerhalb der Raffinerien erhöhte sich die Kapazität der Anlagen zur Umwandlung von Rohölrückständen (Konversion) um knapp ein Prozent auf 46,8 Millionen Tonnen. Damit stieg der Konversionsanteil auf 41,4 Prozent. Der Raffinerieeinsatz ging um 1,5 Prozent auf 115,7 Millionen Tonnen zurück, was zum Teil durch höhere Produktimporte (plus ein Prozent) ausgeglichen wurde. Die Auslastung der Destillationskapazität sank gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent auf 94,1 Prozent.

Die dritte Stufe der Ökosteuer zum 1.1.2001 erhöhte die Kraftstoffpreise um sieben Pfennig pro Liter. Der Steueranteil wurde damit auf 1,44 DM pro Liter Benzin oder etwa 73 Prozent des Gesamtpreises angehoben. Mit der Einführung der vierten Stufe der Ökosteuer zum 1.1.2002 steigt der Steueranteil an den Ottokraftstoffen auf über 1,50 DM oder über 75 Prozent des Benzinpreises an der Tankstelle. Bei Dieselkraftstoff kassiert der Fiskus dann DM 1,10 oder 65 Prozent.

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