Auffälligkeiten

19 Gasversorger im Fokus der Kartellbehörde

Gegen 19 Gasversorger in Nordrhein-Westfalen leitet die Kartellbehörde im Wirtschaftsministerium des Landes in diesen Tagen Vorermittlungen wegen eines möglichen Preismissbrauchs ein. Bei einem Gaspreisvergleich habe man "auffällig hohe" Preise ermittelt, hieß es. Dafür gibt es ein spezielles Kriterium.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) - Bei einem landes­weiten Preisvergleich während der vergangenen Monate hätten die Kartellhüter bei diesen Unternehmen auffällig hohe Preise festgestellt, teilte das Düsseldorfer Wirtschaftsministerium am Dienstag mit.

Die Gasversorger werden den Angaben zufolge jetzt aufgefordert, ihre Preise für die Kartell­behörden sorgfältig zu rechtfertigen. Kommen sie dieser Aufforderung nicht nach oder sind ihre Erläuterungen für das Kartellamt nicht nachvollziehbar, werden Preissenkungen durch die Landeskartell­behörde festgelegt. Möglich ist laut NRW-Wirtschaftsministerium außerdem ein anschließendes Verfahren wegen Preismissbrauchs.

Die Kartellwächter hatten in den Monaten Februar bis April 2010 die Preise von 144 Gasversorgern in Nordrhein-Westfalen verglichen. Dabei waren 19 Unternehmen mit zum Teil besonders hohen Preisen aufgefallen. Preisauffällig ist ein Gasversorger dann, wenn die vom Kunden gefor­derten Entgelte um mehr als zehn Prozent über den jeweiligen Landes­durchschnittspreisen liegen.

Grundlage für diesen Preisvergleich sind den Angaben zufolge dabei Musterhaushalte mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden, 35.000 Kilowattstunden und 90.000 Kilowattstunden, bei denen jeweils der günstigste Gastarif des jeweiligen Grundversorgers berücksichtigt wird. Die Liste der 19 Gasversorger wurde unter anderem im Internet veröffentlicht.

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