Bilanz

1850 Windanlagen: e.dis stößt an Kapazitätsgrenze

22 Prozent des e.dis-Stroms stammen aus Windanlagen und in einigen Gebieten werde in Spitzenzeiten mehr Windstrom ins Netz eingespeist als in diesen Regionen verbraucht werden kann. Aus diesem Grund könne eine Erhöhung des Strompreises nicht ausgeschlossen werden, hieß es gestern bei der Vorstellung der Bilanz.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Fürstenwalde (ddp-lbg/sm) - Der nordostdeutsche Stromversorger e.dis AG stößt bei der Einspeisung von Windstrom an die Grenzen seines Netzes. Schon heute stammen 22 Prozent des e.dis-Stroms aus Windanlagen, sagte Vorstandschef Rainer Peters am Montag in Fürstenwalde. Das seien 14 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt und zwei Prozent mehr als das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel.

Heute gebe es im e.dis-Versorgungsgebiet 1850 Anlagen mit einer Leistung von 1920 Megawatt. Die e.dis belege damit den ersten Platz in den neuen Ländern. Allein 2003 seien 305 neue Anlagen in Betrieb gegangen. Und es lägen Anträge auf weitere 3000 Windräder vor.

In einigen Gebieten wie der Uckermark, der Prignitz und in Teltow-Fläming werde in Spitzenzeiten mehr Windstrom ins Netz eingespeist als in diesen Regionen verbraucht werden kann, sagte Peters. Dort prüfe die e.dis den Neubau von Leitungen ausschließlich zum Abtransport überschüssiger regenerativer Strommengen. Die Genehmigungsverfahren dafür seien aber sehr lang. "Wir sind verpflichtet zur vorrangigen Einspeisung erneuerbarer Energien und werden uns gesetzestreu verhalten", sagte Peters. Das "riesige Volumen in der Warteschlange" sei aber kaum mehr zu überblicken.

Der für Netze zuständige Vorstand Hans Hellmuth forderte in diesem Zusammenhang eine Modifizierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, das zu allererst eine Einspeisung von Öko-Strom vorschreibe. Wenn die Energieversorger die Einspeisung von Windstrom regulieren dürften, würde sich ein Großteil der Probleme von selbst lösen.

Die regenerative Energie sei auch ein erheblicher Kostenfaktor, sagte Peters. Die e.dis habe im vergangenen Jahr Öko-Strom für 206 Millionen Euro eingekauft, davon hätten die Kunden 68 Millionen Euro getragen. "Wir werden alles tun, um den Strompreis stabil zu halten", sagte er. Angesichts des Umfelds und vor allem des Erneuerbare-Energien-Gesetzes könne er aber Preiserhöhungen nicht ausschließen.

Im vergangenen Jahr investierte die e.dis rund 140 Millionen Euro in die Modernisierung des Leitungsnetzes, heißt es weiter. Der Stromabsatz sei um 4,6 Prozent auf 15 797 Gigawattstunden gestiegen. Der Gewinn habe mit 48 Millionen Euro leicht über dem Ergebnis von 2002 (46 Millionen Euro) gelegen.

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