Braunkohle-Tagebau

175 Menschen werden wegen Tagebau Nochten umgesiedelt

Der Energiekonzern Vattenfall und die Gemeinde Trebendorf haben am Mittwoch einen Vertrag zur Umsiedlung für den Tagebau Nochten unterzeichnet. Insgesamt seien 175 Einwohner betroffen von der sogenannten Teilortumsiedlung, die 2013 abgeschlossen werden soll.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Trebendorf (ddp/sm) - Wie Vattenfall weiter mitteile, beinhalte der Vertrag zudem Einzelmaßnahmen unter anderem zur Bildung von Fonds, die von der Gemeinde in Stiftungen einbracht werden sollen, zur Gestaltung einer neuen Dorfmitte mit Kita und Vereinshaus sowie zu Renovierungsarbeiten.

Die Grundlage für die Umsiedlung von Hinterberg, Trebendorf und Am Damm, Mühlrose bildet laut Vattenfall der Braunkohlenplan Nochten von 1994. Die Mehrheit der Bürger von Trebendorf und Mühlrose habe sich für eine Umsiedlung in der eigenen Gemeinde entschieden, hieß es. Der Trebendorf-Vertrag bilde nun Ansätze für kommende Umsiedlungen. Dies könnte die Gesamtumsiedlung von Mühlrose und Teile von Klein-Trebendorf betreffen, über die bis 2015 entschieden werden soll.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte am Mittwoch, die Dorfbewohner hätten dazu beigetragen, dass der Tagebau in der Region "ein Garant für eine sichere und unabhängige Energieversorgung" bleibe. Der Freistaat setze auf einen Energiemix, in dem Braunkohle einen zentralen Platz einnehme. Mit dem Trebendorfer Vertrag sei "Wegweisendes für die Zukunft der Lausitzer Braunkohle gelungen".

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