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17 Prozent Marktwachstum: Rekordjahr für die Wärmepumpe

Die Wärmepumpe hält sowohl innerhalb des Klimaschutzplans als auch hinsichtlich der Energieeffizienzstrategie Gebäude eine zentrale Rolle inne. Im vergangenen Jahr soll das Heizsystem häufiger verkauft worden sein, den je zuvor. Dem Bundesverband Wärmepumpe e.V. ist das aber längst nicht genug.

Wärmepumpenstrom© Dirk Schumann / Fotolia.com

Berlin – Mit 66.500 Wärmepumpen wurden 2016 mehr umweltfreundliche Heizungen in Deutschland abgesetzt als jemals zuvor, berichtet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. Das mache rund 17 Prozent Marktanteil aus. Größter Gewinner sei dabei im vergangenen Jahr erdgekoppelte Systeme gewesen: Gegenüber dem Vorjahr hätten sie um 21,8 Prozent zugelegt (2015: 17.000 Geräte/ 2016: 20.700 Geräte). Bei den Luftwärmepumpen seien 14,5 Prozent mehr verkauft worden.

Günstiges Öl und teurer Heizstrom

Während die Wärmepumpe in jedem dritten neugebauten Wohngebäude eingesetzt würde, bleibe der Erfolg im Gebäudebestand aus – hier läge der Marktanteil bei unter fünf Prozent. Wegen der höheren Energieverbräuche in älteren Gebäuden reagieren die Verbraucher dem Verband zufolge sensibler auf die Preise der verschiedenen Energieträger als in sparsamen Neubauten. Während der Preis für Heizöl auf unter 5 Cent gesunken ist, verharrt der Heizstrompreis bei über 21 Cent. Dabei machen Steuern, Abgaben und Umlagen 76 Prozent des Heizstrompreises aus, während Heizöl in Deutschland – im Unterschied zu den meisten anderen EU-Ländern – kaum besteuert wird. "Diesen Bereich muss die Politik adressieren, schließlich sind zwei Drittel der 21 Millionen Heizungen in Deutschland unzureichend effizient", argumentiert Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe.

Luftwärmepumpen beherrschen schon immer den Markt

Die Marktanteile zwischen erdgekoppelten Wärmepumpen und Luftwärmepumpen veränderten sich gegenüber dem Vorjahr kaum: Luftwärmepumpen beherrschten auch 2016 den Absatz mit 68,9 Prozent (Vorjahr: 70,2 Prozent), Erdwärmepumpen legten um ein knappes Prozent zu (2016: 31,1 Prozent; 2015: 29,8 Prozent). Der Absatz von Warmwasserwärmepumpen sei mit 12.500 Geräten gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Insgesamt seien ca. 750.000 Heizungswärmepumpen in Deutschland installiert.

Gemessen am Gesamtabsatz für Wärmeerzeuger beträgt der Marktanteil von Wärmepumpen noch unter 10 Prozent, so der Verband. Das sei weit von der zentralen Rolle entfernt, die der Wärmepumpe im Klimaschutzplan 2050 oder in der Energieeffizienzstrategie Gebäude zugeschrieben würde.

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