Bericht

15 Zwischenfälle in US-Atomkraftwerken im Jahr 2011

In den Atomkraftwerken der USA haben sich nach Angaben einer Wissenschaftlervereinigung im vergangenen Jahr 15 Zwischenfälle ereignet. Ein Großteil davon sei auf Nachlässigkeiten der Betreiber zurückzuführen, hieß es. In einem Fall wurde entdeckt, dass das Notkühlsystem nie funktioniert hat.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Washington (AFP/red) - Wie die atomkritische Union of Concerned Scientists (UCS) am Dienstag mitteilte, waren 13 der insgesamt 104 US-Atomreaktoren von Problemen betroffen, die potenziell schwerwiegende Folgen hätten nach sich ziehen können. Ein Großteil der Zwischenfälle sei eingetreten, weil die Betreiber der Kraftwerke nachlässig gehandelt hätten. Die UCS bezog sich bei ihrem Bericht auf Daten der US-Atombehörde NRC.

Reaktorkühlung in Gefahr

In der Anlage von Oconee im Bundesstaat South Carolina wurde bei Kontrollen demnach entdeckt, dass ein Notkühlsystem in den 1983 gebauten Reaktoren nie funktionsfähig gewesen sei. In den Anlagen Braidwood und Byron im Bundesstaat Illinois hätten die Angestellten seit 1993 das Wasser aus dem Kühlsystem teilweise umgeleitet, was im Ernstfall zu Problemen bei der Reaktorkühlung hätte führen können.

Ungeachtet der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima hatte sich US-Präsident Barack Obama im vergangenen Jahr in einer Grundsatzrede eindeutig für den Bau neuer Atomkraftwerke ausgesprochen. Um die Abhängigkeit von Ölimporten zu verringern, hat die Regierung Kreditgarantien in Milliardenhöhe für den Ausbau der Kernkraft zugesagt. Washington betrachtet Atomkraft auch als Möglichkeit, im Kampf gegen die Erderwärmung den Ausstoß von Treibhausgasen zu drosseln.

Grünes Licht für neue Meiler

Anfang Februar gab die NRC erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten grünes Licht für den Neubau von zwei Atomreaktoren. Die beiden 1100-Megawatt-Blöcke sollen auf dem Gelände des Atomkraftwerks Vogtle des Energiekonzerns Southern Company im Bundesstaat Georgia entstehen und ab 2016 ans Netz gehen.

Quelle: AFP

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