Enormes Einsparpotenzial

14 Millionen Haushalte von Strompreiserhöhungen betroffen

Zum Jahreswechsel erhöhen erneut viele Stromversorger ihre Preise. Aktuell sind mehr als 14 Millionen Haushalte von den Erhöhungen um durchschnittlich 8,5 Prozent betroffen. Würden alle Kunden den günstigsten Stromtarif wählen, könnten in Deutschland etwa 10 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Heidelberg (red) - 354 Stromversorger erhöhen zum 1. Januar 2009 ihre Preise um bis zu 21 Prozent, im Durchschnitt wird der Strom um 8,5 Prozent teurer. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 4000 kWh bedeutet dies zusätzliche Kosten von durchschnittlich 74 Euro pro Jahr, wie das unabhängige Verbraucherportal Verivox ermittelt hat. "So eine Erhöhungswelle auf einen Schlag haben wir noch nicht erlebt", so Verivox-Energieexperte Peter Reese.

Diese zusätzlichen Kosten würden sich durch den Wechsel des Stromanbieters vermeiden lassen. Doch obwohl der deutsche Energiemarkt seit mehr als zehn Jahren liberalisiert ist, haben bisher nur 17 Prozent der Kunden von der Möglichkeit des Stromanbieterwechsels Gebrauch gemacht. Aktuell befinden sich laut BDEW noch 38 Prozent der privaten Haushalte in den teuren Grundversorgungstarifen der örtlichen Versorgers.

Bundesweit 10 Millionen Euro Einsparpotenzial

Würden 14,8 Millionen private Haushalte von dem Grundversorgungstarif des örtlichen Stromversorgers zum günstigsten verfügbaren Anbieter wechseln, könnte jeder Haushalt durchschnittlich knapp 300 Euro pro Jahr sparen. Über 17,5 Millionen Haushalte haben sich bereits für einen günstigeren Tarif des örtlichen Versorgers entschieden, doch das günstigste Angebot eines alternativen Versorger ist im Schnitt noch fast 250 Euro günstiger.

Würden alle privaten Haushalte in den günstigsten Tarif wechseln, könnten damit bundesweit mindestens acht Milliarden Euro eingespart werden. Zusammen mit Gewerbekunden, bei denen Verivox ein Einsparpotenzial von mindestens 1,7 Miliarden Euro ermittelt hat, ergäbe sich somit eine deutschlandweite Ersparnis von ca. 10 Milliarden Euro.

Preiserhöhungen auch bei E.ON und RWE

E.ON und RWE, zwei der größten Stromversorger Deutschlands, erhöhen die Preise nicht direkt zum Jahreswechsel, so kommen im Laufe des Jahres auf weitere Haushalte Strompreiserhöhungen zu. E.ON hat höhere Preise ab Februar, RWE ab April angekündigt.

Keine Angst vorm Anbieterwechsel

Viele Stromkunden scheuen den Wechsel des Anbieters aus Angst, plötzlich ohne Strom dazu stehen. Diese Furcht ist jedoch vollkommen unbegründet, da der örtliche Grundversorger gesetzlich zur Lieferung verpflichtet ist. Die Leitung zum Haus sowie der bereits vorhandene Stromzähler werden nach dem Wechsel weiterverwendet, es sind also keine Arbeiten innerhalb der Wohnung oder des Hauses nötig. Der einzige Unterschied ist, dass die Stromrechnung nach dem Wechsel von einem anderen Versorger kommt.

Mit dem Stromrechner von Strom-Magazin.de lässt sich schnell und einfach der günstigste Stromtarif finden. Strom-Magazin.de setzt auf den Stromrechner des unabhängigen Verbraucherportals Verivox, den die Stiftung Warentest im Oktober 2008 mit der Bestnote "sehr gut" ausgezeichnet hat.

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