Biogas-Anlage

Ökogas-, Klimagas- und Biogas-Anbieter: Wer verkauft was?

Biogas-Anbieter sind mittlerweile keine Seltenheit mehr. Aber nicht alle Versorger produzieren ihr Gas auch ökologisch. Wie hoch der Anteil an Biogas ist, variiert erheblich, genauso wie die Quellen, aus denen das Gas gewonnen wird. Wir beantworten im Folgenden die wichtigsten Fragen rund um das Thema Biogas, Anbieter und deren Produkte.

Biogas, Ökogas und Klimagas: Was ist eigentlich was?

Zunächst einmal zur Begriffsklärung: Biogas, Ökogas und Klimagas sind drei unterschiedliche Dinge.

Ökogas

Bei Ökogas handelt es sich um einen Oberbegriff, der auch für Bio- und Klimagas verwendet wird. Er bezeichnet klimaneutrales Gas, sagt dabei aber nicht, aus welchen Quellen das Gas stammt.

Biogas

Wenn von Biogas die Rede ist, dann muss zumindest ein gewisser Anteil des Gases aus regenerativen Quellen entstanden sein. Denn mit der Vorsilbe "Bio" wird der Unterschied zu fossilen Brennstoffen ausgedrückt.

Klimagas

Unter den Klimatarifen (oder auch Klimagas) wird Erdgas aus endlichen Quellen vermarktet. Das bei der Herstellung freigesetzte CO2 wird anschließend mit Umweltprojekten wieder ausgeglichen.

Biogas: Auch hier gibt es gravierende Unterschiede

BiomasseUnd auch die Konkurrenz von Energie- und Nahrungspflanzen, also der Einsatz der jeweiligen Gewächse, bleibt umstritten.

Wichtig bei der Wahl eines Biogas-Anbieters oder -tarifs ist folglich die Unterscheidung zwischen einem Biogas-und einem Klimatarif. Aber welcher der beiden Tarifarten bringt nun den größeren Nutzen, wenn es darum geht, Umwelt und Klima zu schützen?

Biogastarife enthalten oftmals nur einen sehr geringen Teil an Gas aus regernativen Quellen. Viele Biogas-Anbieter haben daher Tarife im Angebot, bei denen dem regulären Erdgas ein Anteil von 5 Prozent an Biogas beigemischt wird. Es gibt aber auch Lieferanten, bei denen der Anteil bei 10, 20, 30 oder sogar 100 Prozent liegt. Bei den Biogastarifen ist vom ökologischen Standpunkt aus auch entscheidend, aus welchen Quellen das Gas stammt. Ist das Gas mit Hilfe von Energiepflanzen entstanden, wurde dabei auch Energie beispielsweise für das Säen oder den Schädlingsschutz verwendet und auch CO2 freigesetzt. Und auch die Konkurrenz von Energie- und Nahrungspflanzen, also der Einsatz der jeweiligen Gewächse, bleibt umstritten. Es gibt aber auch bei dem Biogas, das aus tierischer Jauche gewonnen wurde, Kritikpunkte, beispielsweise wenn die Tiere aus der Massentierhaltung stammen.

Sogenannte Klimatarife sind deutlich häufiger anzutreffen als Biogas. Aber auch hier gibt es kritische Stimmen. Beispielsweise bemängelt Greenpeace, dass die dahinter stehenden Unternehmen zwar CO2-Emissionen kompensieren, bei dieser Sorte Ökogas aber kein Anreiz gegeben ist, die Emissionen zu reduzieren.

Biogas kann aus Reststoffen oder Energiepflanzen produziert werden

Biogas wird aus Abfall- und Reststoffen wie Biomüll und Tiergülle, aber auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Dazu gehören beispielsweise Mais, Zuckerrüben und Ackergras. Es entsteht, wenn die jeweilige Biomasse vergärt. Für die Verbrennung spielt der Anteil an Methan des so entstandenen Gases die Hauptrolle: Je mehr Methan desto energiereicher das Gas. Das Gas muss anschließend aufbereitet werden, bevor es in das Erdgasnetz eingespeist werden kann (beispielsweise müssen Wasser und Kohlendioxid entfernt werden).

Besonders effizient ist die Nutzung von Biogas in einem Blockkraftheizwerk (BHKW). In den Anlagen wird gleichzeitig Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt.

Biogas

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Biogas-Anbieter: Wer liefert deutschlandweit?

Es gibt bisher nur wenige Biogas-Anbieter, die deutschlandweit liefern. Viel häufiger sind regionale Versorger, weshalb die Angebotspallette von Ort zu Ort stark variiert. Die bekanntesten Biogas-Anbieter und deren Tarife erläutern wir im Folgenden kurz.

Label und Auszeichnungen für Biogas

Auch bei den Biogas-Anbietern finden sich Label und Gütesiegel. Ein Beispiel ist das "Grünes Gas-Label" von sieben gemeinnützigen Umweltverbänden. Es wurde 1998 ins Leben gerufen und war das erste Siegel für Biogas. Biogas-Tarife, die dieses Label tragen, stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Dabei wird aber nicht garantiert, dass das jeweilige Produkt zu 100 Prozent aus Ökogas besteht. Ähnlich verhält es sich mit dem Zertifikat vom TÜV Nord und TÜV Süd.

Polarstern: 100 Prozent Biogas

Polarstern

Das Gasprodukt von Polarstern stammt zu 100 Prozent aus organischen Reststoffen. Es wird in einer ungarischen Zuckerfabrik aus den Überbleibseln von Zuckerrüben gewonnen. Die bei der Produktion entstehende CO2-Menge soll sich dabei durch die Photosynthese der Zuckerrüben beim Wachstum wieder neutralisieren. Das Biogas wurde vom TÜV Nord ausgezeichnet. Obendrein unterstützt der Biogas-Anbieter Projekte zur Entwicklungshilfe in Kambodscha, so dass auch hier der Umstieg zur sauberen Energie möglich wird.

Zur Anbieterseite von Polarstern

Naturstrom: Biogasanteil von 10, 20 oder 100 Prozent

NATURSTROM

Das Biogas von Naturstrom wurde sowohl vom TÜV Nord als auch mit dem "Grünes Gas-Label" ausgezeichnet. Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde unterstützt der Anbieter eigenen Angaben zufolge den Ausbau erneuerbarer Energien. Das Biogas des Anbieters stammt zum einen aus einem Klärwerk in Hamburg und wird aus Klärschlamm gewonnen. Zum anderen wird es in einer Biogasanlage in Alteno in Brandenburg aus organischen Reststoffen produziert. Der Versorger bietet Tarife mit einem Biogas-Anteil von 10, 20 oder 100 Prozent an.

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Lichtblick: "Wegbereiter der Energiewende"

LichtBlick

Das Biogas von Lichtblick enthält einen Biogas-Anteil von 5 Prozent. Es wird aus nachwachsenden Rohstoffen sowie Abfällen und Gülle in einer Biogasanlage in Niederndodeleben und in Verbio in Sachsen-Anhalt gewonnen. Auch hier soll bei der Herstellung nur soviel CO2 freigesetzt werden, wie zuvor bei der Entstehung freigesetzt wurde. Der Biogas-Anbieter wurde vom TÜV Süd mit dem Label "Wegbereiter der Energiewende" ausgezeichnet.

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Greenpeace Energy: Windgas für das Stromnetz

Greenpeace Energy

Daneben sollte auch das Konzept von Greenpeace Energy erwähnt werden. Der Energieanbieter speist sogenanntes Windgas aus überschüssigem Strom, das im Zuge der Energiewende produziert wird, ins Stromnetz ein. Dazu wird ein Verfahren angewandt, welches sich Elektrolyse nennt. Gaskunden von Greenpeace Energy erhalten so ein Gemisch aus Wind- und Erdgas. Das Thema Nachhaltigkeit wird hier zudem noch um den Bereich der internen Medienproduktion erweitert.

Zur Anbieterseite von Greenpeace Energy

Biogas-Anbieter mit dem Gasrechner finden

Wer zu einem Biogas-Anbieter wechseln möchte, der kann sich unseren Tarifrechner zur Nutze machen und bekommt dabei auch gleich die mögliche Ersparnis im Vergleich zum Grundversorgungstarif angezeigt. Wer bereits Gas von einem Biogas-Anbieter bezieht, der kann den Vergleichstarif bei den Filtermöglichkeiten anpassen und so nach möglichen günstigeren Anbietern suchen. Auch lassen sich hier die gewünschten Vertragsmodalitäten, wie Preisgarantie und Kündigungsfristen festgelegt werden.

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